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Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

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Friedhöfe in unseren Dörfern

17.08.2018 09:35 von Pfarrer Frank Ahlgrim

Wenn verschiedene Bedürfnisse und Interessen aufeinanderprallen

Nur wenige Themen sind so sensibel, wie das Thema Friedhof. Da sind einerseits die Angehörigen, die einen Anlaufpunkt für Ihre Trauer suchen und sich einen stets gepflegten Friedhof wünschen. Einen Friedhof, auf dem der Rasen immer rechtzeitig gemäht wird, die Hecken zeitig geschnitten werden, Bäume nicht zu viel Laub abwerfen und möglichst weder Rasen- noch Heckenschnitt irgendwo liegen bleibt.

Da sind andererseits aber auch jene, die den Friedhof pflegen. Firmen, die oft nicht nur einen Friedhof betreuen und gut kalkulieren müssen, wann und in welchen zeitlichen Abständen sie wo arbeiten. Und wenn dann gemäht wird heißt es oft erst einmal aufräumen. Denn nur allzu oft stehen da Pflanztöpfe, Vasen, Ton-Engel und manches mehr auf den Rasenflächen, die Angehörige an den Gräbern ihrer „Lieben“ abgestellt haben, die zunächst beiseite geräumt werden müssen, um ordentlich mähen zu können.

Und dann sind da noch die Kirchengemeinden, als Träger der Friedhöfe. Bei Ihnen laufen all die verschiedenen Interessen, Bedürfnisse und Befindlichkeiten zusammen und es gilt ein vernünftiges Mittelmaß zu finden, welches auch noch mit den erhobenen Friedhofsgebühren finanzierbar ist. Keine leichte Aufgabe.

Auf den Friedhöfen in Heiningen, Gielde und Werlaburgdorf versuchen wir dem gerecht zu werden, indem wir zunächst eine Vielzahl verschiedener Bestattungsformen anbieten. Es gibt die klassischen Reihen- und Doppelgräber für Erdbestattungen, die mit einer Einfassung und einem Grabstein versehen werden.

Es gibt aber auch die Möglichkeit lediglich einen Grabstein mit einer kleinen Ablagefläche für Pflanzen und Blumen aufzustellen, der ansonsten auf einer Rasenfläche steht. Vorteil dieser Bestattungsform ist, dass es einen klar definierten Bestattungsort mit Grabstein als Anlaufpunkt gibt, ansonsten aber so gut wie kein pflegerischer Aufwand besteht.

Darüber hinaus wird auch der sog. „Grüne Rasen“ angeboten. Ein Gemeinschaftsgrabfeld mit einem Zentraldenkmal in Heiningen, auf dem die Namen der Verstorbenen stehen und ebenerdigen Kopfsteinen in Gielde und Werlaburgdorf.

Gleiches gilt auch für jede Form der Urnenbeisetzung.

Übrigens ganz anonyme Gräber, bei denen nirgends der Name der Verstorbenen benannt wird, gibt es auf evangelischen Friedhöfen nicht.

Natürlich können auch Sie uns als Angehörige und Nutzer der Friedhöfe unterstützen. Das beginnt schon mit der Überlegung, welche Bestattungsform die jeweils beste ist und Ihren Bedürfnissen am ehesten entspricht. Da beraten wir Sie auch gerne im Vorfeld. Sie können uns aber auch unterstützen, indem Sie sorgsam mit den Ressourcen auf dem Friedhof umgehen. Indem Sie etwa benutze Gießkannen an Ihren Platz zurückbringen, Müll in den dafür vorgesehenen Containern entsorgen (Biomüll und Plastikmüll getrennt) und grundsätzlich die für das Abstellen von Vasen und Pflanztöpfen vorgesehenen Orte benutzen (in Gielde ist das etwa das gepflasterte Rondell rings um das zentrale Kreuz). Natürlich wäre es auch schön, wenn verwelkte Pflanzen und Blumen auch wieder „entsorgt“ werden und nicht über Wochen stehen bleiben.

Wie gesagt, das Thema Friedhof ist sehr sensibel. Aber wenn wir uns alle miteinander bemühen, vermeintliche Missstände zeitnah der Friedhofsverwaltung mitteilen, oder beheben, und uns an die geltenden Regeln halten, sollten unsere Friedhöfe gute und angemessene Orte der Erinnerung an unsere Verstorbenen sein.

Noch eine letzte Anmerkung: Trauerfeiern sind in Heiningen, Gielde und Werlaburgdorf grundsätzlich auch in der Kirche möglich (ohne Mehrkosten). Lediglich in Gielde gibt es baulich bedingt die Einschränkung, dass in der Kirche kein Sarg aufgebahrt werden kann, so dass diese Möglichkeit in Gielde in der Regel nicht wahrgenommen wird.

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