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Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

  • Der HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.

    2.Könige 13,23

  • Gehört ihr Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.

    Galater 3,29

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Impressionen vom Kirchentag – Erlebnisbericht eines Neulings

17.06.2017 16:38 von Pfarrer Frank Ahlgrim

Der diesjährige Kirchentag fand vom 24. bis 28. Mai in Berlin unter dem Motto „Du siehst mich“ statt. Mit dabei waren 18 Mitglieder unserer Kirchengemeinde. Sechs unerschrockene Radler machten sich bereits am Sonntag mit dem Fahrrad auf den Weg, die restlichen folgten am Mittwoch mit dem Auto.

Der Kirchentag in Berlin sollte also mein erster Kirchentag werden. Ehrlich gesagt hatte ich mich angemeldet, ohne irgendeinen Schimmer zu haben, was mich eigentlich erwarten würde. Ich freute mich hauptsächlich auf einige Tage Alltagsflucht mit meiner besten Freundin Jana. 

Mit der Anmeldung hatten wir uns für eine Gemeinschaftsunterkunft in einem Klassenzimmer entschieden. Die Übernachtungsfrage war damit schon geklärt. Einige Wochen später hielten wir das Programmheft und das Liederbuch in den Händen. Und damit begann die Überforderung: ein ganzes Buch (fast 600 Seiten!) voll mit Veranstaltungen! Nach dem Vortreffen der Teilnehmer, die sich scheinbar alle bereits einen Plan geschrieben hatten, was sie sehen möchten, arbeitete ich mich durch das Programm. Markierstift und Klebezettel waren voll im Einsatz. Danach traf ich mich mit Jana und wir glichen unsere gefundenen Veranstaltungen ab und hatten am Ende des Tages tatsächlich unser eigenes Kirchentagsprogramm. Die Vorfreude stieg, es konnte los gehen.

Nachdem wir am Mittwochvormittag unsere Jobs hinter uns gebracht hatten (ein Schulvormittag hat noch nie so lange gedauert!), starteten wir mittags endlich durch. Voll bepackt mit Luftmatratze, Schlafsack und Kühltasche ließen wir die Autobahn schnell hinter uns, um uns in Berlin in den Stau zu stellen. Trotzdem kamen wir als erstes in „unserer“ Schule an, fanden direkt vor dem Eingang einen Parkplatz und wurden sehr freundlich von dem Hausmeister und dem Kirchentagsteam begrüßt. Da wir als Gruppe anreisten, bekamen wir eine Schachtel Pralinen zur Begrüßung und einen Klassenraum für uns alleine. Wir schoben schnell Tische und Stühle beiseite, fegten die letzten Schulreste weg und suchten uns den besten Schlafplatz aus. Schließlich waren wir ja als erstes vor Ort ;-)

Danach machten wir uns fix zur Straßenbahnstation auf, um den Eröffnungsgottesdienst am Brandenburger Tor zu sehen. Viele der anderen Teilnehmer schafften es leider nicht pünktlich, sodass wir uns nur zu fünft einen Platz seitlich hinter den Bläsern sichern konnten. Eine unglaubliche Kulisse! Das Brandenburger Tor im Rücken war eine große halbmondförmige Bühne aufgebaut worden. Die Sicht auf den Gottesdienst war toll. Umgeben von tausenden fremden Menschen, die vereint in der Sache gemeinsam feierten, sangen und beteten, das war eine beeindruckende Erfahrung.

Nach dem Gottesdienst begann der Abend der Begegnung. Hunderte von kleinen Ständen waren entlang der Straßen rund um das Brandenburger Tor verteilt. Wir ließen uns einfach von der Menge treiben und verbrachten einen wunderbaren Abend. Allein die Möglichkeit die Straße „Unter den Linden“  zu Fuß entlang zu schlendern fand ich unglaublich.

 

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Für den Himmelfahrtsmorgen hatten wir uns einen Vortrag zum Thema „Segen“ ausgesucht.  Frank und Silke machten uns morgens darauf aufmerksam, dass vorher eine Bibelarbeit in derselben Kirche statt fand. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zur Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg. Vor Ort wurden wir mit Kopfhörern ausgestattet, da die Bibelarbeit von einer amerikanischen Dame gehalten wurde. Heidi Neumark erzählte enthusiastisch von ihrer Gemeindearbeit mit problematischen Jugendlichen und legte uns ihre Sicht der Bibelstelle „Maria und Elisabeth begegnen sich dar.

Anschließend folgte der Vortag „Segne mich aber bleib mir vom Leib“ von Prof. Dr. Kristian Fechtner. Dort erfuhren wir ganz neue Sichtweisen zur Segnung und konnten diese im anschließenden Workshop vertiefen. Wir probierten verschiedene Möglichkeiten mit Händen zu segnen aus. Wir fanden heraus, dass jeder auf andere Weise ein angenehmes Gefühl beim Segnen erfährt. Der eine mit, der andere ohne Handauflegung.

Für den Nachmittag hatten wir uns einen Gottesdienst für junge Menschen ausgesucht. Mit Anfang 20 und 30 fühlten wir uns von der Ausschreibung direkt angesprochen ;-) Ausgearbeitet wurde der Gottesdienst von der Cross Jugendkulturkiche aus Kassel. Der Gottesdienst war phänomenal! Er lässt sich leider nicht in Worte fassen, aber die Begeisterung, mit der das junge Team die überfüllte St. Lukaskirche in Kreuzberg erfüllte, ging direkt durch den ganzen Körper.

Beseelt von dem einzigartigen Gottesdienst fuhren wir zum Messegelände und durchstöberten die Angebote des Marktes der Möglichkeiten. Den Abend ließen wir im Zuschauerraum von „Duo Camillo“, einer Zwei-Mann-Kaberett-Band ausklingen. Einige Lieder kannten wir bereits von deren Coverband „Duo Cawerla“, die bei uns hinlänglich bekannt ist ;)

Nach dem lustigen Abendausklang wurden wir direkt in das Kerzenmeer der Abendandacht im Sommergarten getrieben. Eine unglaublich tolle Erfahrung, die wir mit tausenden anderen Kirchentagsteilnehmern teilten.

 

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Am Freitagmorgen machten wir uns alle gemeinsam auf den Weg zum Vortrag von Dr. Eckhardt von Hirschhausen, der uns amüsant seine Sicht des menschlichen Konsumverhaltens in Bezug auf die Bibelstelle „Zachäus“ darlegte.

Nach einem ausgiebigen Sonnenbad im Sommergarten wollten wir uns den Rockgottesdienst der Jesusfreaks nicht entgehen lassen. Dieser lässt sich am Besten mit den Worten schrill, laut, anders und rockig beschreiben. Eine Erfahrung, die man mal gemacht haben muss.

 

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Den Abend ließen wir bei einem Konzert im Sommergarten ausklingen, um anschließend noch einmal das unglaubliche Kerzenmeer bei der Abendandacht zu genießen.

Wir hatten uns bereits vor dem Kirchentag dazu entschlossen, am Samstagabend abzureisen, um pünktlich und ausgeschlafen zum gemeinsamen Abschlussgottesdienst zurück zu sein. Also packten wir nach dem Frühstück unsere sieben Sachen zusammen und beluden das Auto. Dann starteten wir zum Vortag „I Phone You God“, indem verschiedene multimediale Möglichkeiten der Gottesdienstgestaltung vorgestellt wurden. Danach schlenderten wir noch ein wenig durch die Sehenswürdigkeiten Berlins und besuchten den Ampelmännchen-Shop. Abschließend schauten wir uns noch einmal im Zentrum Jugend um und machten uns dann zusammen mit Jonas auf den Heimweg.

Da der Abschlussgottesdienst des Kirchentages nicht in Berlin, sondern in Wittenberg stattfand, trafen wir uns alle im Pfarrhaus in Gielde, um die Übertragung gemeinsam auf der Leinwand zu sehen. Dort kamen fast alle Kirchentagsbesucher noch einmal zusammen und wir beendeten bei einem gemeinsamen Essen die tollen Tage.

Der Kirchentag in Berlin war mein erster Kirchentag. Ich machte mich ohne Erwartungen auf den Weg und kam mit einem Koffer voll unglaublicher und einzigartiger Erfahrungen zurück. Ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Kirchentgasbesuch war.

Stefanie Zalesinski 

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