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Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

  • Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.

    5.Mose 2,7

  • So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.

    1.Korinther 3,7

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Die Geschichte der Kirche in Gielde

Gielde mit seiner Feldmark wird ursprünglich zu der benachbarten Königspfalz Werla gehört haben.

Bereits im Jahr 1140 wird von einer Archidiakonatskirche (ein Archidiakonat war eine kirchliche Verwaltungseinheit, genauer eine Untereinheit eines Bistums) berichtet, die Mutter– und Taufkirche zu Heiningen war. 1174 wurde dann jedoch die Kirche zu Gielde in den Bannbezirk des Klosters Heiningen einbezogen. Möglicherweise hatte jedoch Gielde am Ende des Mittelalters das Archidiakonat zurück erhalten.

Über die Gestalt der damaligen Kirche ist nichts bekannt.

Das Patronat über die Kirche in Gielde hatte zunächst das Kloster Heiningen, dann der Archidiakon zu Goslar als Lehen der Hildesheimer Kirche, im 18. Jahrhundert besaß der Fürstbischof wieder das Patronatsrecht. Nach der Hildesheimer Stiftsfehde (1519 – 1523) fiel Gielde 1523 an Herzog Heinrich den Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel.

Während sich die selbständige Stadt Braunschweig schnell der reformatorischen Lehre öffnete, rief Herzog Heinrich d. Jüngere dazu auf, Papst und Kaiser treu zu bleiben und verschaffte sich selbst zunehmenden Einfluss innerhalb der kath. Kirche.

 

Altar und Kanzel

Nachdem im Zuge der Reformation die Schmalkaldischen Truppen Herzog Heinrich d. Jüngeren vertrieben hatten, wurde auch in Gielde 1442 die reformatorische Lehre durchgesetzt. Doch erst nach dem Tod Heinrich d. J. am 11. Juni 1568 führte sein Sohn Julius endgültig mit aller Macht die evangelische Lehre ein und Gielde wurde mit dem Kloster Heiningen 1568 endgültig evangelisch.

Im 30-jährigen Kriege hatte Gielde besonders im Jahre 1626 zu leiden, als die Scharen des Dänenkönigs und nach dessen Niederlage bei Lutter a. B. die Truppen Tillys den Ort plünderten. Damals schleppte man die Kirchenglocke als Beute fort.

1639 wurde eine neue Kirchenglocke angeschafft, die Heinrich Borstelmann in Braunschweig goss. Diese alte Glocke bekam 1910 einen Sprung und wurde dann durch zwei von J. J. Radler in Hildesheim gegossene Glocken ersetzt.

Am 4. April 1835 suchte ein großer Brand das Dorf heim und legte 17 Höfe mit Nebengebäuden und 9 Brinksitzerhäuser in Asche. Kirche, Pfarre und Schulhaus konnten aber gerettet werden.

Die Zeit der heutigen Kirche

Die Glocken im Turm

Bereits 1819 fasste man den Plan, eine neue Kirche zu bauen, doch erst 25 Jahre später kam der Plan zur Ausführung. Der große Dorfbrand 1835 trug dazu bei, den Bau der Kirche noch hinauszuschieben. Im Jahre 1845 wurde die alte, aus Bruchsteinen erbaute und mit einem rechteckigen Chor versehene Kirche abgerissen; die alte Kirche enthielt nach den Bauakten 150 Mannesstände und 140 Frauenstühle.

Den Plan für die neue am 21. März 1847 geweihte

Kirche entwarf Baumeister Heilner. Der Kostenanschlag des Kirchenbaues betrug 5300 Reichstaler.

Aus einem Aktenvermerk des Konsistorialbaumeisters aus dem Jahre 1913 über die Baubesichtigung geht hervor, dass es  sich um eine „im proportionalen Verhältnis von 3:2 in Schinkelmanier erbaute Saalkirche“ handelt.

Im Jahre 1889 wurde eine neue Turmuhr angeschafft. Und im Jahre 1910 wurden zwei neue Glocken beschafft, nachdem die alte Glocke aus dem Jahre 1639 gesprungen und damit unbrauchbar war.

Die Wände waren 1913 massiv, aus regelmäßigem Bruchstein und unverputzt, das Dach ziemlich flach, aber fest mit Kremziegeln, die Decken flach aus Holz, geputzt. Die Kirche hatte 1913 333 Sitze (einfache Bänke). Sie besaß an allen 4 Seiten Emporen. Der Altar und die Kanzel waren übereinander in einer Holzwand angebracht.

Der Taufstein ist aus einfachem Sandstein und wurde 1897 beschafft. Die Orgel stammt im Kern aus dem Jahr 1848. Die Kirche hatte 2 hohe Öfen mit langen Eisenrohren, die unterhalb der Decke in den Schornstein gingen.

 

Im Jahre 1933 soll der bauliche Zustand der Kirche sehr schlecht gewesen sein. Eine neue elektrische Beleuchtungsanlage wurde benötigt, das Dach des Turmes musste repariert werden, die Prospektpfeifen der Orgel waren noch nicht wieder ergänzt und das Innere der Kirche bedurfte eines neuen Anstriches. Im Jahre 1933 wurde deshalb zunächst die Eindeckung des Turmes ausgebessert und 1934 das Innere der Kirche erneuert. Dabei wurden die Schornsteinrohre verlegt, Wärmekästen angebracht, eine Holztäfelung unten in der Kirche so angebracht, dass die Wände auch nach innen trocknen können, die Dielen unter den Bänken ausgebessert, neue Beleuchtungskörper installiert, neue Prospektpfeifen eingebaut und das Innere der Kirche ausgemalt.

1945 wurde eine neue F-Glocke bestellt, weil die im Kriege eingezogene Glocke nicht mehr zurückzuerhalten war. Außerdem wurde 1946 das Kirchenschiffdach repariert. „Auf der westlichen Hälfte des Kirchenschiffes“ wäre „der mit achtseitigem Helm erbaute Turm errichtet“ worden. Am 7. Juni 1946 wurden 2 neue Schlagglocken von der Firma Weile in Bockenem geliefert. Eine weitere Glocke ist als „Gefallenenglocke“ im selben Jahr bestellt worden. 1954 hatte die Kirchengemeinde knapp 1000 Mitglieder im März 1961 verzeichnete sie jedoch bereits nur noch 860 Seelen.

Im Jahre 1957 wurde ein neuer Großraumofen für die Kirche angeschafft, ein alter wurde weiterhin genutzt.

1962 wurde die Turmspitze abgenommen, weil sich durch einen Sturmschaden die Kugel

1964/1965 wurde in der Kirche eine neue Heizungsanlage eingebaut.

Im Jahre 1969 wurde die Kirchturmuhr repariert, wobei sich die politische Gemeinde zu 1/3 an den Kosten beteiligt hat. Außerdem wurde die Orgel renoviert.

In der jüngsten Geschichte wurden 1991 vier Prismenleuchter angeschafft und die Kirche im inneren neu vermalt. 2003 bekam die Kirche eine neue Heizung.

 

Die historischen Informationen entstammen weitgehend dem Buch „Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover“, S. 70-72